Keine Frage: Die Situation von Natur und Umwelt hat sich in und um Landau während der jüngeren Vergangenheit verbessert. Am Stadtrand steht eines der ersten Geothermie-Kraftwerke Deutschlands, die Queich lebt wieder und die Ausweisung europäischer Schutzgebiete im Osten, Süden und Westen der Stadt unterstreicht die Bedeutung unserer Kulturlandschaft für Pflanzen und Tiere.
Doch zur Selbstgefälligkeit besteht für Landau kein Anlass. Die vorteilhaften Entwicklungen haben sich zu großen Teilen ohne direktes Zutun der Stadt eingestellt. Eine stattliche Reihe der Entscheidungen, die von der Stadt selbst getroffen worden sind, wirken sich auf die Umwelt nachteilig aus – hingewiesen sei nur auf die Gewerbeflächen am Neuen Messplatz, die erheblichen Autoverkehr auslösen.
In der Umweltpolitik hat Landau noch viel Luft nach oben. Unsere Ziele für eine bessere Umwelt sind:
Innenentwicklung anstelle weiterer Neubaugebiete
Energetische Sanierung aller städtischen Gebäude
Anreize zum Energiesparen durch die Preisgestaltung
Verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien
Blockheizkraftwerke für Konversionsvorhaben
Ökologische Aufwertung der Feld- und Rebflur
Schutz des Pfälzerwaldes und der Haardt vor einer vierspurigen B 10
Fortführung der Lokalen Agenda 21
… und vieles mehr
Selbstverständlich durchdringt der Umweltschutzgedanke auch weitere Punkte unseres Programms, vor allem unsere Ziele zur Verkehrspolitik.
Innenentwicklung anstelle weiterer Neubaugebiete
In Landau herrscht die gleiche fatale Entwicklung wie in nahezu allen anderen Gemeinden: In den Ortskernen mehren sich die Leerstände, und an den Rändern wachsen Neubaugebiete. Diesen Trend wollen wir stoppen, denn er birgt eine Reihe gravierender Nachteile:
Neubaugebiete verbrauchen Landschaft und Boden – und das für alle Ewigkeit. Landau hat das Potential zu einer Innenentwicklung, die den Bürgern die gleichen Annehmlichkeiten wie das Leben in einem der Baugebiete an den Ortsrändern ermöglicht, vor allem durch die Konversionsflächen.
Neubaugebiete verursachen Individualverkehr und zerstören Lebensqualität: Selbst der Gang zum Bäcker wird in Neubaugebieten meistens so weit, dass er in aller Regel durch eine Autofahrt ersetzt wird. Den Schaden haben, neben Natur und Umwelt, alle diejenigen, die an den Durchfahrtsstraßen wohnen.
Neubaugebiete vernichten Geld: Durch sie wird das Netz der Ver- und Entsorgungseinrichtungen verlängert, etwa der Kanalisation und der Trinkwasserleitungen. All das wird irgendwann repariert und erneuert werden müssen. Jedes Baugebiet verursacht unseren Folgegenerationen weitere Kosten.
Energetische Sanierung aller städtischen Gebäude
Zum Energiesparen gibt es keine Alternative, da es eine vollkommen umweltneutrale Form der Energieerzeugung für den Menschen nie geben wird. Hier soll die Stadt mit Weitblick und gutem Beispiel ihren Bürgern vorangehen und ihre eigenen Einsparpotentiale konsequent nutzen - mit über die gängigen Standards hinaus optimierten Wärmedämmungen, neuen Fenstern, automatischen Lüftungen und all den weiteren Möglichkeiten der energetischen Sanierung, die heute möglich sind.
Anreize zum Energiesparen durch die Preisgestaltung
Innerhalb der Energie Südwest soll Landau darauf hinwirken, dass die Strompreise verstärkte Anreize zum Energiesparen bieten. Ein gleichermaßen wirksames wie auch sozial gerechtes Preissystem könnte folgendermaßen aussehen:
Der Preis pro Kilowattstunde für den zwangsläufigen Grundbedarf wird gegenüber dem heutigen Niveau gesenkt. Für jene Kilowattstunden, die über den durchschnittlichen Verbrauch hinausgehen, wird er hingegen angehoben – und zwar exponentiell: Je mehr Strom verbraucht wird, desto teurer wird die Einheit.
Bemessungsgrundlage sollte die Zahl der Personen pro Haushalt sein. Damit wird vermieden, dass kinderreiche Familien stärker belastet werden als etwa Singlehaushalte.
Verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien
Wo immer dies möglich und sinnvoll ist, sollen Neubauten künftig mit Solaranlagen zumindest zur Warmwasserbereitung ausgestattet sein. Das kann man z.B. in den Bebauungsplänen und Baugenehmigungen festschreiben. Neubauten müssen so ausgerichtet sein, dass sie eine effiziente Nutzung der Solarenergie ermöglichen.
Und selbstverständlich gehört auf jedes städtische Dach eine Solaranlage, jedenfalls solange keine zwingenden Belange des Denkmalschutzes dagegen sprechen.
Blockheizkraftwerke für Konversionsvorhaben
Bei der Folgenutzung von Konversionsflächen soll eine Energieversorgung – außer durch Erneuerbare Energien - durch möglichst kleinteilige, miteinander vernetzte Blockheizkraftwerke der Standard werden.
Ökologische Aufwertung der Feld- und Rebflur
Einige Teile der Landauer Gemarkung sehen reichlich öde aus. Hier sollte die Stadt ihre eigenen Grundstücke dazu verwenden, durch Blühstreifen, Feldhecken oder Obstwiesen mehr Grün in die Flur zu bringen. Das bringt auch Punkte auf den „Ökokonto“. Zumindest könnten städtische Grundstücke in der Feld- und Rebflur vorzugsweise an Biobauern und –winzer verpachtet werden.
Schutz des Pfälzerwaldes und der Haardt vor einer vierspurigen B 10
Landau muss in seinem Widerstand gegen den vierspurigen B10-Ausbau konsequent bleiben, auch wenn er aus der Westpfalz und seitens der Landesregierung noch so vehement gefordert wird. Denn der vierspurige B10-Ausbau wäre eines der unsinnigsten und schädlichsten Infrastruktur-Projekte, das man sich nur denken kann!
Fortführung der Lokalen Agenda 21
Link: Lokale Agenda in Landau
… und vieles mehr
Aus der langen Liste unserer umweltpolitischen Ziele, die eher ins Detail gehen, seien exemplarisch noch zwei Punkte genannt.
Wir wollen die Queich für Fische und andere wasserlebende Tiere längsdurchgängig machen. Seit etlichen Jahren gibt es im Rhein wieder Lachse, die nur zu gern in die Seitenbäche zum Laichen aufsteigen wollten, wenn sie nur könnten: Wehre bilden unüberwindbare Wanderhindernisse. Durch Bypässe und Fischtreppen kann man die Längsdurchgängigkeit herstellen; dafür gibt es Zuschüsse vom Land. Das Naturschauspiel laichender Lachse im Pfälzerwald ist keine Utopie – es ist möglich, wenn wir uns Mühe dafür geben! Der seelenlose Kanal, der durch die teuere Offenlegung entstanden ist, nützt hier leider nichts.
Der Landauer Stadtwald wird naturnah bewirtschaftet. Es dürfte aber ruhig noch etwas mehr Natur sein. Wir sind für die vermehrte Sicherung von Altholzbeständen und gegen einen weiteren Anbau exotischer Gehölze wie der Douglasie.
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