1. „Gut zu Fuß und zu(m) Rad“
Mobilität bedeutet Freiheit und Lebensqualität. Lebensqualität bedeutet neben der Freiheit von Lärm und Abgasen auch, die Dinge des täglichen Bedarfs in der näheren Umgebung besorgen zu können. Deshalb verfolgen wir Grüne das Leitbild einer „Stadt der kurzen Wege“. Städtisches Leben soll sich entfalten können, indem der Verkehr weicht und die Wege auch für Kinder und Senioren unbeschwerlich und sicher werden. Für die übersichtliche Stadt Landau, die „Stadt der kurzen Wege“, sind daher Fuß- und Radverkehr die idealen Fortbewegungsmittel.
Wir Grüne in Landau unterstützen daher:
- den Ausbau eines lückenlosen Radwegenetzes, das diese Bezeichnung auch verdient. Eine gezielte Förderung des Fuß- und Radverkehrs hilft, Landau vom Autoverkehr zu entlasten.
- die Einrichtung vernünftiger Fahrradabstellplätze an zentralen Punkten, die gegen Wetter, Diebstahl und Vandalismus gesichert sind (Fahrradboxen, Bike & Ride- Plätze).
- die Pflege und Sicherung von Fußgänger- und Radverkehrsflächen, wie z.B. einen regelmäßigen Winterdienst oder die Schaffung von Straßenübergängen ohne hohe Bordsteinkanten. Insbesondere Kinder, SeniorInnen und Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, profitieren von barrierefreien Fuß- und Radwegen.
- die Öffnung der Fußgängerzone und Einbahnstraßen für Radfahrer. Denn Fahrradfreundlichkeit ist auch ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor für den Tourismus.
- eine erträgliche Wartezeit und ausreichend lange Grünphasen an Fußgängerampeln.
2. „Zweigleisige Queichtalbahn statt vierspuriger B10“
Der weltweit wachsende Verkehr ist ein wesentlicher Verursacher des Klimawandels. Er verantwortet nahezu ein Viertel der globalen CO²-Emissionen. Mittlerweile sind weltweit über 900 Millionen Pkw unterwegs. Die prognostizierte Verdopplung der weltweiten Automobilflotte bis 2030 auf der Basis heutiger Technik führt unweigerlich in den Klimakollaps. Wir müssen daher heute, im Jahr 2009, einen klaren Kurs für eine nachhaltige Mobilität für alle einschlagen. Mobilität für alle heißt, die Erreichbarkeit von Orten auch für diejenigen zu garantieren, die kein Auto fahren. Deshalb setzen wir uns dafür ein, einen qualitativ hochwertigen und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr im Stadtbereich und dem Umland zu ermöglichen. Wir wollen die Autos nicht abschaffen, sie sind für viele unentbehrlich und ein außerordentlich bequemes Fortbewegungsmittel. Aber auf Grund des Gefährdungspotenzials und ihrer rapiden Zunahme haben sie in Landau zu beängstigenden Zuständen geführt. Die Stadt kann den ständig zunehmenden Platzbedarf des Individualverkehrs nicht mehr befriedigen.
Wir machen uns deshalb stark dafür, dass:
- kein neuer Parkraum ausgewiesen wird. Parken im Innenstadtbereich muss mittels
Parkraumbewirtschaftung definitiv teuerer werden, denn bereits Weißquartierplatz, Alter Meßplatz und das Parkhaus in der Waffenstraße ermöglichen einen autofreundlichen Zugang zu den Einkaufsorten in der Innenstadt, was mit erheblichem Abgas- und Lärmausstoß verbunden ist.
- der MIV (= Motorisierter Individualverkehr) durch ein Verkehrssystem ergänzt wird, das den Mobilitätsbedürfnissen besser angepasst ist. Mit einem intelligent geplanten Park & Ride-Konzept kann innerhalb der Stadt die Mobilität gesteigert und gleichzeitig das Verkehrsaufkommen gesenkt werden.
- das bisher zufriedenstellend angenommene Ruftaxi-Angebot weiter ausgebaut und stärker beworben wird.
- Car-Sharing als mögliche Alternative zum eigenen Auto in Landau Fuß fasst. Denn die zeitlich begrenzte Nutzung eines Fahrzeugs verringert die durch den massenhaften Besitz von Privat-Pkw verursachten Probleme.
- endlich eine einheitliche Reduzierung der Geschwindigkeit innerhalb der äußeren Ringstraßen (Tempo 30) erfolgt und im inneren Ring nur Anwohnerverkehr mit Schrittgeschwindigkeit stattfindet.
- der Widerstand gegen einen vierspurigen Ausbau der B10 nicht abbricht.
3. „Heute schon geshuttelt?“
Trotz einer Einwohnerzahl von 43.000, einer Universität mit ca. 6000 Studierenden und einem großflächigen Einzugsgebiet ist die Versorgung Landaus mit ÖPNV beschämend schlecht. Derzeit wird das Stadtgebiet von insgesamt elf Regionalbuslinien zweier Unternehmen angefahren. Bei Fahrplänen herrscht wenig Transparenz. Dadurch, dass teilweise nur in einer Richtung eine Haltestellenanlage vorhanden ist sowie einige Straßenabschnitte nur im Einbahnverkehr befahren werden, sind die Fahrwege sehr uneinheitlich. Für ein funktionierendes Stadtbussystem seien allerdings keine Mittel vorhanden, wie es von Seiten der Stadtverwaltung heißt. Dabei müsste dank einer verbesserten Linienführung und aktiver Werbung mit ansprechenden Angeboten der Unternehmen kein zusätzlicher Cent ausgegeben werden.
Wir Grüne in Landau setzen uns dafür ein, dass:
- eine bessere Verkehrsanbindung für Berufspendler und ein günstigeres Semesterticket für Studierende zustande kommen. Das Interesse an der Verbesserung des ÖPNV liegt nämlich vor allem bei Berufstätigen, Urlaubern und Senioren, bei Schülern und Studierenden, die mit Bus und Bahn unterwegs sind.
- ein Shuttle-Bus Fahrgästen ermöglicht, zügig ins Stadtzentrum zu gelangen. Wir verstehen unter „Stadt der kurzen Wege“ auch eine dauerhafte Linie, die von außerhalb der Stadt Kommende kostengünstig vom Großparkplatz am neuen Messegelände in die Innenstadt und zurück bringt.
- die Anbindung der Stadtdörfer an das Zentrum verbessert wird. Dazu gehört eine mindestens zwanzigminütige Taktung mit regelmäßigem Angebot an Sonn- und Feiertagen.
- alle Linien, die zum Hauptbahnhof führen, dort nicht enden, sondern ins Zentrum, bzw. in die Stadtdörfer weiterfahren. Der jetzige ZOB sollte als „Rendezvouspunkt“ aller Linien fungieren, so dass mittels transparenter Linienführung eine schnelle Orientierung über lediglich vier CityBus-Linien erfolgen kann.
- eine verlässliche Streckenführung höchstens 30 Minuten für eine Tour benötigt, damit die Bahnanschlüsse am Hauptbahnhof, Westbahnhof und dem Haltepunkt Godramstein erreicht werden können.
- im Rahmen der üblichen Instandhaltung die meisten Haltestellen ein „Facelifting“ erhalten. Ein angenehmer Aufenthaltscharakter der Haltestellen gehört mit zu einem freundlichen Stadtbus-Konzept.
4. „Eine S-Bahn durch die Südpfalz“
Verrostet, vergammelt, vernachlässigt - der Hauptbahnhof bleibt weiterhin Landaus Stiefkind. Dazu zählen auch alle baulichen und strukturellen Einrichtungen wie der Busbahnhof, der Wartebereich und der Bahnsteig, der Zugang und Parkraum für den Fahrradverkehr. Wegen verschiedener Akteure und Zuständigkeiten (Stadt Landau, Land Rheinland-Pfalz, Deutsche Bahn) haben sich Bürger bisher nur schwer am Planungsprozess zur Verbesserung beteiligen können. Hier muss mehr Transparenz geschaffen werden, schließlich identifizieren sich die Landauer auch mit ihrem Bahnhof.
Hier werden wir aktiv und fordern:
- endlich die Umsetzung der lang angekündigten Sanierungsmaßnahmen, wie die Anhebung der Bahnsteige, den behindertengerechten Einbau von Aufzügen und die Installation von Wartehäuschen und Fahrradunterständen.
- die Modernisierung des Bahnhofsumfeldes. Das umfasst den Anschluss an einen Radweg in die Innenstadt, Barrierefreiheit für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen, kundenfreundliche Warte- und Unterstellmöglichkeiten an einem umgestalteten Busbahnhof und die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit in diesem öffentlichen Raum.
- den Anschluss an die Karlsruher Stadtbahn und den Ausbau von Regionalverbindungen nach Kaiserslautern über Neustadt und nach Saarbrücken über Pirmasens. Ein integriertes Mobilitätskonzept für die Südpfalz muss ein leicht merkbares Verkehrsangebot mit optimalen Umsteigemöglichkeiten auch an Sonn- und Feiertagen beinhalten und darf nicht hinter der Gemarkungslinie Landaus enden.
- die zweigleisigen Ausbauten und Elektrifizierung der Queichtalbahn nach Pirmasens und der Maximilianbahn nach Wörth als Nahverkehrsperspektive. Der gegen die Interessen der Gemeinden und Anwohner gerichtete Ausbau der B10 ist ein Irrweg.
- die Umsetzung eines Bahnhaltepunktes „Landau Süd“ zur Verbesserung der innerstädtischen Mobilität und als Anbindungsperspektive an die zukünftig erweiterte Südstadt.
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