Wie aus dem RHEINPFALZ-Artikel „Bahn sucht Ordnungspaten“ vom 24.02.09 zu erfahren ist, wird östlich des Hauptbahnhofs eine Park-and-Ride Anlage entstehen. Bündnis90/die Grünen in Landau unterstützen alle Maßnahmen, die zu intelligenter und nachhaltiger Mobilität beitragen. Jedoch müssen solche Maßnahmen, wie die Errichtung von ca.230 kostenlosen Parkplätzen, in ein verträgliches Konzept eingebunden sein, um den größtmöglichen Nutzen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner zu erzielen. Dazu zählt mit Sicherheit nicht, Bürger zu „Ordnungspaten“ zu verdonnern. Richtig ist zwar, dass neben dem derzeit nicht baulichen Zustand des Bahnhofareals ein offensichtliches Ordnungs- und Sicherheitsproblem existiert. Doch ist hier vielmehr eine gemeinsame Initiative gefragt, die sich aus dem Zusammenwirken von Politik, der Stadtverwaltung, der Bahn, der Polizei und den vielen Nutzern dieses öffentlichen Raums heraus entwickeln muss.
Das Ziel der Nutzung neuer für den ruhenden Individualverkehr bestimmter Flächen muss eine integrierte Mobilitätskette ohne Brüche sein. Als gelungenes Beispiel können die gerade im Umbau befindlichen Bahnhaltepunkte entlang der Queichtalstrecke dienen, bei denen die Verknüpfung des Individualverkehrs mit dem ÖPNV von Beginn an Eingang in die Planungsüberlegungen gefunden hat. Die Stadt Landau, die als Universitäts- und Einzelhandelsstandort sich werbewirksam als Südpfalz“metropole“ bezeichnet, braucht in Ergänzung zum P+R einen längst überfälligen integrierten Taktfahrplan. Die ÖPNV-Leistungen am und im Umfeld des Hauptbahnhofs müssen also nicht nur jederzeit sicher, sondern auch für alle gesellschaftlichen Gruppen zugänglich sein. Genauso erachten wir es als bloße Notwendigkeit, dass alle Infrastrukturmaßnahmen an den Bedürfnissen der Fahrgäste ausgerichtet werden. Die RHEINPFALZ-Umfrage vom 30.01. hat gezeigt, dass die Bewohner Landaus eine deutliche Verbesserung der verkehrlichen Situation ihres Wohnortes erwarten und nicht die Umsetzung prestigeträchtiger Projekte, wie einem vom Oberbürgermeister Schlimmer und dem bürgerlich-konservativen Lager forcierten Einkaufszentrum.
Hier unterstützt Bündnis 90/Die Grünen Landau sowohl die Etablierung eines fahrgastfreundli-chen Busliniennetzes wie auch den Ausbau von Regionalverbindungen und S-Bahn-Anschlüssen nach Karlsruhe, Neustadt und Pirmasens. Ein integriertes Mobilitätskonzept für die Südpfalz muss ein leicht merkbares Verkehrsangebot mit optimalen Umsteigemöglichkeiten auch an Sonn- und Feiertagen beinhalten und darf nicht hinter der Gemarkungslinie Landaus enden. Ebenso ermuntern wir die bislang die ökologische Verantwortung scheuenden Fraktionen - gerade nach dem knappen Abstimmungsergebnis zur Radfahrspur in der Rheinstraße - den Mut dazu aufzubringen, dem ÖPNV in Konkurrenz zum motorisierten Individualverkehr entsprechende Verkehrsflächen und angemessene Haushaltsmittel zuzugestehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Gallinger
Sprecher der Arbeitsgruppe „Verkehr und Stadtentwicklung“ im Stadtverband Bündnis 90/Die Grünen in Landau
« zurück