Die Landauer Grünen treten für den Erhalt der Platanen in der Queichheimer Hauptstraße ein. Zu oft, so findet die Öko-Partei, werden prächtige Stadtbäume zum Spielball von Interessengruppen.
In Queichheim tobt wegen der Platanen in der Hauptstraße ein Streit zwischen Bürgern und der Mehrheit des Ortsbeirats auf der einen Seite sowie der städtischen Grünflächenabteilung auf der anderen Seite. Während diese die Bäume nur kappen will, möchten sie viele Queichheimer weg haben, weil ihre Wurzeln angeblich die Platten der Gehwege und die Standsicherheit der Häuser beeinträchtigen.
Der stellvertretende Queichheimer Ortsvorsteher Ludwig Trauth und die Stadtratsfraktion der Grünen sind sich einig, dass die Platanen erhalten werden sollen. Eine Kappung käme nur in Frage, wenn stressvermeidende Maßnahmen nicht greifen. Gerade ausgewachsene Bäume, so die Grünen, reduzieren den Klimakiller Kohlendioxid. Ein Rückschnitt würde diese Leistungsfähigkeit stark verringern.
„Bäume passen sich mit ihrem Wachstum immer ihrer Umgebung an”, erläutert Susanne Schröer, Fraktionschefin der Grünen. „Bevor daher eine so drastische Maßnahme wie eine Kappung vorgenommen wird, sollte man erst einmal die Standortbedingungen hinterfragen, denen sich die Platanen zwangsläufig anpassen müssen."
Genau das hat Ludwig Trauth getan. Er ist sich sicher: „Die Platanen an der Queichheimer Hauptstraße haben sich lediglich den Bedingungen angepasst.” Die Oberfläche sei versiegelt, das Grundwasser senke sich ab und es gebe nur eine Wasserquelle, in deren Richtung die Platanen ihre Wurzeln austreiben. „Die durch die Platanen verursachten Schäden zeigen, dass die Bäume unter Stress stehen", so Trauth. Dem könne mit einfachen Mitteln Abhilfe geschaffen werden: Die versiegelte Oberfläche der ohnehin maroden Parkplätze müsse gegen eine offenporige, wasserdurchlässige Oberfläche ausgetauscht und die Gehwege müssten so modelliert werden, dass Regenwasser auf die Baumscheiben geführt wird, damit die Platanen an Wasser kommen.
„Die Landauer Stadtbäume werden leider immer wieder zum Spielball verschiedener Interessenlagen", meint die Fraktionsvorsitzende der Grünen und kritisiert die UBFL-Politiker dafür, dass sie sich für den Erhalt der gesunden Platanen nicht genauso einsetzen wie vor einem Jahr für den Erhalt der gesunden Eschen in der Cornichonstraße. Der Baumschutz werde „zum politischen Kalkül momentaner Interessenlagen instrumentalisiert”. Um das abzustellen, sei es nötig, dass Landau eine Baumsatzung bekommt und Umweltverbände ein Mitentscheidungsrecht, statt wie bisher lediglich ein Anhörungsrecht im Umweltbeirat, fordern die Grünen. Als Ausrichter der Landesgartenschau 2014 würde eine solche Baumsatzung Landau auch gut zu Gesichte stehen, findet Schröer.
Die Bürgerinitiative „Pro Baum” setzt sich ebenfalls für den Erhalt alter und ortsbildprägender Baumbestände ein, die wertvolles Kulturgut darstellen und das Stadtklima positiv beeinflussen. Nirgendwo in der Fachliteratur sei zu finden, dass durch eine Kappung das Wurzelwachstum zurückgeht, so ihr Sprecher Andreas Barlang. Warum die Verwaltung, insbesondere die Leiterin der Grünflächenabteilung, gleichwohl zu dieser Schlussfolgerung kommt, bleibe unerfindlich. Die Bürgerinitiative führt dies auf einen veralteten Wissenstand der Fachbehörde zurück.
Kappungen seien keine Baumpflege, so „Pro Baum”, sondern ein baumzerstörendes Absetzen der Baumkrone ohne Rücksicht auf die Kronenform. Kappungen machten den Baum nicht sicherer, sondern erhöhten bereits nach wenigen Jahren die Bruchgefahr. Die Furcht der Anwohner, die Wurzeln würden das Mauerwerk ihrer Häuser schädigen, seien unbegründet. Die Platanen stünden auf der anderen Seite der Straße in etwa zehn Metern Entfernung zu den Häusern.
Alternative zur Kappung wäre für „Pro Baum” der fachgerechte Rückschnitt über mehrere Jahre oder der Einbau von Kunststoffplatten zum Wurzelschutz. (gau)
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