Peter Kallusek aus Insheim, Reinhard Metz aus Rhodt und Annette Krysmansky aus Maximiliansau - mit diesem Trio ziehen die südpfälzischen Grünen in den Landtagswahlkampf. Die Partei sieht sich nach den jüngsten Wahlergebnissen im Hoch. Sie will Bürger für sich gewinnen, die von der Leistungsbilanz der SPD-Alleinregierung enttäuscht sind.
NRW - diese drei Buchstaben schminken grünen Politikern derzeit ein Lächeln auf die Lippen. Das gute Ergebnis bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen macht den Wahlkämpfern der Öko-Partei Mut für den Urnengang am 27. März 2011 in Rheinland-Pfalz. Fünf Jahre außerparlamentarische Opposition schmerzen. „Wir fehlen im Landtag", klagte Landesvorstandssprecher Daniel Köbler am Montagabend im Alten Kaufhaus in Landau. Und ergänzt gleich: „Wir haben Rückenwind."
Mit Windkraft wollen die Grünen die politische Landschaft in Mainz durchpusten, auch mit einem fortschrittlichen Schulsystem. In diesen Punkten habe die SPD versagt, behauptete Köbler. Die Regierung von Kurt Beck habe die Energiewende nicht energisch vorangetrieben und mit der Realschule plus „nur das Türschild ausgewechselt", aber nichts zur Bildungsqualität beigetragen.
Ehrgeiziges Ziel der Grünen ist es, in allen 51 Wahlkreisen des Landes Direktkandidaten aufzustellen. Nicht nur in der Südpfalz, die als grüne Hochburg gilt, seit die Partei bei den Kommunalwahlen im Juni vorigen Jahres viele neue Mandate in den Stadt- und Gemeinderäten in die Scheuer fuhr. In Landau hat am Montagabend alles in großer Eintracht geklappt. Im Wahlkreis 49 mit den Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Herxheim, Kandel und Landau-Land steht der 53-jährige Insheimer Peter Kallusek zur Wahl. Er erhielt elf Ja- bei einer Neinstimme. Der 52-jährige Reinhard Metz aus Rhodt wirbt im Wahlkreis 50 um die Gunst der Bürger, die in Landau und den Verbandsgemeinden Offenbach, Edenkoben, Maikammer und Lingenfeld wohnen. Metz bekam von seinen Leuten 20 Jastimmen bei zwei Enthaltungen und einer Neinstimme. Annette Krysmansky, 51, aus Maximiliansau tritt im Wahlkreis 51 an, der den Landkreis Germersheim außer Kandel und Lingenfeld umfasst. Sie wurde von allen sieben Delegierten ihres Wahlkreises unterstützt.
Alle drei Landtagskandidaten sind in der Kommunalpolitik tätig. Krysmansky ist Vorsitzende der Grünen in Wörth und führt dort die Stadtratsfraktion. Metz trat bei der Verbandsbürgermeisterwahl in Edenkoben gegen Amtsinhaber Olaf Gouasé an. Kallusek ist Vorstandsmitglied der Grünen an der Südlichen Weinstraße.
In der Bildungspolitik setzt sich Kallusek für einen weiteren Ausbau der Gesamtschulen ein. Er fordert Lernmittelfreiheit und kostenlosen Bustransfer für Schüler. Eine Lehrkraft soll höchstens 20 Schüler unterrichten. Mehr uninaher Wohnraum für Studenten ist ein weiteres Anliegen. In der Verkehrspolitik kämpft Kallusek gegen den Ausbau der B 10. Er möchte lieber schnellere Verbindungen auf der Queichtalstrecke und die Zweispurigkeit der Bahntrasse zwischen Kandel und Winden.
Auch Metz kritisierte den Zustand des Nahverkehrs. Er brauche mit dem Bus anderthalb Stunden von seinem Heimatort Rhodt ins Nachbardorf Essingen. „Wir brauchen eine Mobilität für die kleinen Dörfer", forderte Metz. Er fragte Landrätin Theresia Riedmaier (SPD), ob sie kein schlechtes Gewissen habe, weil sie vor fünf Jahren die Windenergie praktisch aus dem Landkreis verbannt habe und warf der CDU vor, die Solarförderung zu kürzen und die Atomindustrie zu hätscheln.
Krysmanskys Hauptthema ist der Verbraucher- und der Tierschutz. Die Verbraucherpolitik sei nicht transparent genug, sie will mehr und bessere Lebensmittelkontrollen. Krysmansky forderte ein Landesprogramm für gute Kinderernährung und gesundes Schulessen. Fleisch- und Eierproduzenten will sie zu artgerechter Tierhaltung verpflichten.
Am 5. und 6. Juni wählen die Grünen in Mainz ihre Landesliste. Dann zeigt sich, ob Kandidaten aus der Südpfalz so weit vorn platziert sind, dass sie den Sprung in den Landtag schaffen können. (gau)
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