Noch immer verdienen Frauen rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dagegen wollen politisch engagierte Frauen am heutigen Equal Pay Day ein Zeichen setzen. Ab 11 Uhr ist die Landauer Fußgängerzone ganz dem Thema Gleichbezahlung gewidmet. Wer seinen Protest zur Schau tragen will, trägt heute rot - genauer gesagt eine rote Handtasche. Sie steht für die roten Zahlen und dafür, dass Frauen weniger in der Tasche haben als Männer. Nach den jüngsten Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes verdienen Frauen in Deutschland mit 14,51 Euro pro Stunde genau 4,39 Euro weniger als Männer. „Wohlgemerkt bei gleicher Ausbildung und gleichem Job", ergänzt die Landauer Gleichstellungsbeauftragte Anja Bischoff-Fichtner. Dabei machten inzwischen mehr als die Hälfte der Mädchen Abitur und ist knapp die Hälfte der Studierenden weiblich. „ Aber das zahlt sich bisher nicht für uns aus", meint
Bischoff-Fichtner. Deshalb haben die Gleichstellungsbeauftragten aus Landau und aus dem Kreis Südliche Weinstraße, das parteiübergreifende Frauenbündnis „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit", der Arbeitskreis „ Gleichstellung von Frauen und Männern" und die Partei Bündnis 90/Die Grünen Aktionen zum heutigen internationalen Equal Pay Day (Gleichbezahltag) geplant. Diese wurde 2008 erstmals in Deutschland begangen.
Ziel sei es, den Equal Pay Day in Landau zu etablieren, äußert das Frauenbündnis.
Denn Deutschland gehöre noch immer zu den Schlusslichtern innerhalb der
Europäischen Union hinsichtlich der Gleichbezahlung. Die Bundesrepublik belege den siebtletzten Platz. Der europaweite Lohnunterschied liege bei 17 Prozent und damit fünf Prozentpunkte unter dem deutschen, so Kreisgleichstellungsbeauftragte Barbara Dees. „Wir möchten auf diese skandalöse gesellschaftliche Realität aufmerksam machen."
Trotz auf dem Papier überwundener Ungleichheit zwischen den Geschlechtern
verdienten Frauen wenige - „ es durch offene Lohndiskriminierung oder aufgrund
des Engagements für Familie und Kinder", stimmt Renate Steigner-Brecht,
Vorstandssprecherin der Grünen, zu. Durch Erziehung und Gesellschaft würden die Geschlechter in bestimmte Rollen gezwängt. „ Gleichberechtigung kann daher nur mit einem gesellschaftlichen Diskurs einhergehen, der Vorurteile aufbricht", so Steigner-Brecht. (red)
Aktionen -
Info- und Diskussionsstand von Bündnis 90/Die Grünen, 11 Uhr,
Rathausplatz vor der Adler-Apotheke.
Informationsstand der Stadt- und Kreisgleichstellungsbeauftragten, 12 bis 14 Uhr, Rathausplatz vor der Schwanenapotheke, mit Landrätin Theresia Riedmaier und Landaus Beigeordneter Maria Helene Schlösser.
Information- und Filmabend, kleiner Saal des Universum Kinocenters, 19.30 Uhr:
Sektempfang, 20 Uhr: Einführungsrede durch die Vorsitzende des Landesfrauenrates.
Giesela Bills, 20.30 Uhr: Film „Irina Palm" über eine Frau (Marianne Faithfull), die das Schicksal ihrer Familie in die Hand nimmt.
Der Lohnungleichheit von 23 Prozent entsprechend gewährt Geschäftsinhaber Roland Hils Frauen heute und morgen 23 Prozent Rabatt auf alle Sonnenbrillen im Geschäft „Die Brillenmacher", Marktstraße 40a.
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