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Ein Mal am Tag eine warme Mahlzeit

17.03.2010: 

DIE RHEINPFALZ

Ein Anfrage der Grünen zum Mittagessen an den Schulen in Landau hat im städtischen Herd das Feuer über die Qualität in den Töpfen entfacht. Mancher Schulleiter hat ganz andere Probleme, für sie ist Essen Teil der Pädagogik.

Im Schulträgerausschuss lag ein umfangreicher Fragenkatalog der Grünen auf dem Tisch (wir berichteten am 9. Februar). Bis der Goldesel gefunden ist, der sich für das Auswerfen der nötigen Scheine streckt, wird der Wunsch nach einer städtischen Küche, aus der alle Schüler mit einem frisch gekochten Mittagessen aus regionalen Produkten gespeist werden, ein kühner Traum bleiben. Das wurde bei der Sitzung deutlich.


Bisher sollen Auftragsköche für 3,10 Euro pro Mahlzeit dieses Zauberwerk vollbringen. Der Adamshof in Kandel und das Casino der Sparkasse versuchen sich derzeit in der Kunst, täglich innerhalb von zwei Stunden das Tischleindeckdich für 820 Ganztagsschüler nach vorgeschriebenen Ernährungsregeln zu füllen. Den Ofen heizt die Stadt jährlich mit 136.000 Euro, dazu kommen 13.000 Euro aus dem Sozialfonds der politischen Landesküche und 197.000 Euro von den Eltern, die als „häusliche Ersparnis" 2,67 Euro pro Mahlzeit aus der Haushaltskasse nachschieben. Und wie im Märchen die Ziege immerzu meckert, sind nicht alle mit dem, was geboten wird, zufrieden.


Die Stadtverwaltung ist derzeit mit der Umgestaltung der Schullandschaft mehr als ausgelastet. Deshalb hat Ralf Müller, Leiter des städtischen Schulamtes, die Schulen um eine Umfrage und einen Bericht vor dem Ausschuss gebeten. „Den Kindern ist schon viel geholfen, wenn sie ein Mal am Tag etwas Warmes im Bauch haben", nicht zum ersten Mal erntete die parteilose Stadträtin Magdalena Schwarzmüller Applaus für diesen Satz. Norbert Rothhaas von der Horstring-Grundschule meinte: „Bei uns lernen viele Kinder zum ersten Mal Messer und Gabel kennen, gehört das Essen zwingend zur Pädagogik, die Qualität ist zweitrangig." Rudi Brenzinger berichtete aus der Thomas-Nast-Grundschule: „Wir können die Gewohnheiten der Kinder nicht ändern, wir sind froh, wenn sie überhaupt essen."


„Das Essen ist ungenießbar, zu kalt, die Sättigungsbeilagen reichen nicht, es fehlt an Frischeprodukten und Rohkost", bemängelte Thomas Langer. Die Pestalozzi-Grundschule wird vom Adamshof beliefert. Sechs Mal hat sie bisher den Anbieter gewechselt, der Leiter möchte dies gerne wieder tun und hat beim Schulamt einen Antrag gestellt.


„Wir sind der freudigen Erwartung, dass das Essen besser wird", kam als Botschaft aus der Hauptschule West, die durch die Zusammenführung mit der Dualen Oberschule - die sich voll zufrieden zeigte - und den damit verbundenen Umzug ins Schulzentrum Ost den Anbieter wechseln darf. Walter Lenz berichtete von der „dramatischen Abkühlung', bis die zweite Schüler-Schicht aus dem einzigen gelieferten Behälter schöpfen könne. Auch in diesem Fall liefert der Adamshof das Essen. Nachdem Gabriele Drumm-Wahl den Bericht ihrer Schulleiterin verlesen hatte, widersprach Renate Steigner-Brecht, die als Sprecherin der Grünen den Fragebogen an die Stadt mitformuliert hat, der Botschaft aus der Nordringschule, man sei „im Großen und Ganzen zufrieden". Sie selbst sei Lehrerin an der Förderschule und finde das Essen „zu fett, zu kalt und übersalzen". „Kantinenessen kann keine Gourmetküche sein", betonte Schulleiterin Angelika Bühler im Nachgang zum Disput.


Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer und Amtsleiter Müller halten die Erwartungen für überzogen. Je mehr Essen eine Küche produzieren müsse, desto mehr leide nun einmal die Qualität. (srs)


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