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Es muss Platz für alle Landauer sein

20.05.2009: 

DIE RHEINPFALZ

Vor der Wahl: Grüne laden zu Radtour durch Konversionsgelände ein - Landesgartenschau kaum Thema


„Ich freue mich echt", begrüßte Magdalena Schwarzmüller die rund 45 Teilnehmer der Radtour durch Landaus Konversionsgelände, zu der die Grünen am Montag eingeladen hatten. Geführt von Christoph Kamplade vom Bauamt waren allein eineinhalb Stunden der umfassenden Betrachtung des Geländes der ehemaligen Kaserne Estienne-et-Foch gewidmet, das Teil der Landesgartenschau werden könnte.


Welche der Gebäude stehen unter Denkmalschutz, welche werden der Abrissbirne zum Opfer fallen, wohin mit den Autos der Bewohner - an Fragen mangelte es nicht. Zu Anfang hatte Schwarzmüller die Sicht der Grünenfraktion geschildert: „Wir wollen keinen zweiten Lazarettgarten. Es ist ein großes Gelände, auf dem einmal 3000 Leute leben sollen. Es muss auch Platz sein für behinderte und alte Menschen und nicht nur für solche ab einem gewissen Gehaltsniveau.". Am Thema Landesgartenschau scheiden sich die grünen Geister. „Ich habe dagegen gestimmt, weil ich der Meinung bin, dass das der Landauer Haushalt nicht hergibt", so die Fraktionschefin und Spitzenkandidatin für die Stadtratswahl.


Los ging die Tour vor den 14 Meter hohen Mannschaftsgebäuden der Franzosen entlang der Cornichonstraße. „Dieser massive, denkmalgeschützte Riegel stellt uns vor Herausforderungen", so Planer Kamplade. Gedacht ist an eine Nutzung für Wohnungen, Praxen oder andere Dienstleistungen. Einzelne Abschnitte sollen für Investoren ausgeschrieben werden. „Wenn alles gut läuft, könnte der Komplex in zwei bis drei Jahren wieder genutzt werden."


Herzstück des 24-Hektar-Geländes ist ein Grünstreifen mit dem Arbeitstitel „Südpark" (drei Hektar). Geplant sind Routen, die Fahrradfahrern vorbehalten sein sollen. Außerdem soll das Wohngebiet an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden. Großes Interesse galt der Zukunft des alten Baumbestandes. Kamplade sagte, dass die Bäume - überwiegend Kastanien - unfachmännisch gepflegt worden seien, zum Teil faulten. „Manche der Bäume werden nicht zu retten sein."


Eine Herausforderung bei der Vermarktung dürfte die denkmalgeschützte Turnhalle darstellen. „Ein solches Glück wie mit der Montessorischule werden wir nicht noch einmal haben", spielte Kamplade auf die Situation im Quartier Vauban an. Weitere Erkenntnisse des Rundgangs: Eine Nutzung der durch das nahe Geothermie-Kraftwerk erzeugten Wärme wird wohl in Teilen möglich sein, eine Umsiedlung seltener Tierarten wie Zaun- und Mauereidechse und von Fledermäusen wird erfolgen. Stellplätze für Autos sind an zentralen Punkten vorgesehen.


Ab Oktober rücken die Abrissbagger an, stellte Kamplade in Aussicht: an nicht denkmalgeschützten Bauten, vor allem an solchen, die von den Franzosen als Werkstätten genutzt wurden und unter denen das Erdreich ausgetauscht werden muss.


Weiter führte die Tour mit Stopp am Geothermie-Kraftwerk zum Quartier Vauban und zum Lazarettgarten, wo im Kesselhaus Abschluss war. (git)

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